[3130] Im östlichen Shan-Staat

Während des buddhistischen Wasserfests, in Myanmar Thingyan genannt, reisten wir vom 12. bis 19. April in den östlichen Shan-Staat. Am 12. April ging es morgens 7 Uhr mit Myanmar National Airlines ab Yangon über Myanmars Hauptstadt Nay Pyi Taw und Heho, dem Flughafen des südlichen Shan-Staats, in insgesamt zweieinhalb Stunden nach Kyaingtong. Auf dieser Strecke setzt MNA nicht das sonst übliche Fluggerät ATR-72 ein, sondern betreibt eine neue und moderne Embraer 190 mit großzügigem Sitzabstand.

Der letzte Teilabschnitt der Strecke ab Heho (HEH) nach Kyaingtong (KET) führte in etwa 45 Minuten Flugzeit direkt nach Osten, meistens entlang des National Highway 4 (NH4), für dessen Befahrung Ausländer eine Genehmigung einholen müssen:

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Hin und wieder wird in den Zeitungen Myanmars berichtetet, dass diese Strecke durch thailändische Bauunternehmen erneuert werden soll, was auch am zunehmenden Handel zwischen beiden Ländern liegt, der über diese bislang komplizierte bergige Strecke effektiver abgewickelt werden soll. Neben der Genehmigung, die man als Tourist benötigt, ist es auch der hohe Preis für ein Mietauto, der, verglichen mit dem Flugpreis von Heho nach Kyaingtong für etwa 50 US-Dollar, Grund genug von einer Überlandfahrt auf dieser landschaftlich sicherlich reizvollen Strecke Abstand zu nehmen – 500 US-Dollar für die einfache Fahrt.

Nach der Ankunft am Flughafen von Kyaingtong fällt zuerst das frische Klima auf, das für uns drei eine schöne Abwechslung von der Hitze in Yangon war. Auf dem Vorplatz mit allerlei Teestuben warten etliche Motorradtaxis und Tuk Tuks auf Kundschaft, und die Fahrt in die Stadt kostete uns 4000 Kyat (4$). Da wir am Sonntag vor Thingyan ankamen, war noch nicht viel vom Wasserfest zu sehen, aber überall wurden eifrig Bühnen errichtet, die uns ahnen ließen, dass auch im östlichen Shan-Staat sehr bald und sehr viel Wasser gespritzt wird.

Die Fahrt vom Flugplatz in die Stadt führt auf der Airport Road, von wo auch die Straße nach Mongla in der Special Region 4 abzweigt, an einigen neueren Hotels vorbei, bis man schließlich im Stadtzentrum am Mahamuni-Buddha in Richtung Harry’s Trekking House abbiegt. Für 13 US-Dollar pro Person ist das die günstigste Übernachtungsmöglichkeit der Stadt:

Harry's Trekking House

Harry’s Trekking House

Obwohl Harry schon vor vielen Jahren gestorben ist, führt seine Frau das Geschäft im Namen ihres Mannes weiter, der einst ein Pionier des Trekkingtourismus in Kyaingtong war. Heute ist Kyaingtong ein bekannter Ausgangspunkt für Tagestouren zu verschiedenen Bergvölkern, die teilweise einige Stunden Fußmarsch entfernt leben.

Wie immer auf solchen Reisen haben wir auch hier sofort Motorräder ausgeliehen, um die Stadt zu erkunden. Da der alte Palast des früheren Shan-Fürsten durch ein Hotel ersetzt worden ist, ist Kyaingtong zwar um eine Attraktion ärmer, aber dennoch ein lohnendes Ziel, wenn man sich an alten Gebäuden, die versteckt in den Seitenstraßen liegen, erfreuen kann. Ein Ausflug in die Umgebung der Stadt führt vorbei am stillgelegten Bahnhof und in die Berge, von wo man eine spektakuläre Aussicht auf die Umgebung hat:

Der Bahnhof von Kyaingtong ist nicht in Betrieb, soll aber Kyaingtong mit den Orten der Region verbinden

Der Bahnhof von Kyaingtong ist nicht in Betrieb, soll aber Kyaingtong mit den Orten der Region verbinden

Wasserfest in Kyaingtong

Wasserfest in Kyaingtong

Die Umgebung von Kyaingtong

Die Umgebung von Kyaingtong

Für den nächsten Tag hatten wir uns den Besuch der Hill Station Loi Mwe vorgenommen, 30 Kilometer südlich und zwei Stunden Fahrt entfernt. Die Fahrt mit dem Motorrad führte neben der Hauptstraße nach Tachileik auf einer Nebenstraße in die Berge, wo sich an jeder Kurve ein Fotomoment bot, gefolgt von Einladungen der feiernden Jugend zu Bier und Chips – aber erst, nachdem sich jeder seine „Dusche“ abgeholt hat:

Spaß auf dem Weg zur Hill Station

Spaß auf dem Weg zur Hill Station

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Dort oben, in der frischen Bergluft, schien zwar die Sonne, aber das Wasser war eiskalt und die Kleidung durchnässt, was die Weiterfahrt zu einer wahren Zitterpartie werden ließ, auch, weil schnell wechselnde Wolkenformationen die wärmende Sonne oftmals verdeckten und die Außentemperatur mit zunehmender Höhe stetig abnahm. In Loi Mwe angekommen durchquert man zuerst ein Militärgelände, bevor man am kleinen See und am Markt ankommt. Dort wird, wie übrigens in Kyaingtong auch, eine hervorragende Nudelsuppe mit Rindfleisch für etwa 1500 Kyat angeboten, die uns in der kalten Bergluft schnell wieder aufwärmte – bis zur nächsten kalten Dusche gleich am Ausgang des Markts.

Loi Mwe ist bekannt für die ehemalige Residenz von Oberst Rubel, der hier ab 1918 in einer schönen Villa das British Empire an der östlichen Grenze vertrat. Das Gebäude wurde 2006 aufwändig renoviert und wenn man Glück hat, öffnet einem der Wärter die Tür für einen Rundgang durch das ansonsten leerstehende Gebäude:

Die Rubel-Villa

Die Rubel-Villa

Zurück in Kyaingtong besorgten wir uns Bustickets nach Tachileik für den nächsten Tag, ein Unterfangen, das sich aufgrund des Wasserfests etwas chaotisch gestaltete, aber dennoch gelang. Da wir nur eine Nacht in Tachileik bleiben wollten, kauften wir auch sofort das Rückfahrtticket für den nächsten Tag, um Überraschungen zu vermeiden.

Nach reichlich vier Stunden Fahrt ohne Klimaanlage und bei geschlossenen Fenstern (Wasserfest!) erreichten wir Tachileik an der Grenze zu Thailand. Der Bus hielt im Stadtzentrum, und unsere nächste Sorge war, wie wir mit unserem Gepäck ein Hotel finden sollten, während das Wasserfest in Tachileik in vollem Gange war. Glücklicherweise befand sich in der Nähe unseres Absetzpunkts das Shwe Buthee Hotel, aber die 50 Meter dorthin mussten wir irgendwie bewältigen, ohne nass zu werden. Bis zum Vorplatz des Hotels schlängelten wir uns hinter parkenden Autos an den Häuserwänden entlang, um nicht die Aufmerksamkeit der anderen zu erwecken, die sich vorrangig um vorbeifahrende Motorradfahrer und Pick-up-Trucks auf der Straße kümmerten. Das gelang uns sehr gut, aber auf dem Hotelgelände befand sich das Zentrum des Wasserfests in Tachileik mit eigener Disco, und hier wurden wir sofort eimerweise begrüßt – die blauen Müllbeutel, mit denen wir unser Gepäck vorsichtshalber gesichert haben, waren gleichzeitig eine leuchtende Einladung:

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Die Erkundung der Stadt hatten wir am Abend abgeschlossen, nachdem wir in der Nähe der Freundschaftsbrücke zu Thailand in einem Restaurant auf einem Hügel gegessen haben. Obwohl Tachileik zu Myanmar gehört, ist die gängige Währung der Thai-Baht. Wer mit Kyat bezahlen will, muss Geduld mitbringen, aber der Kurs ist in Ordnung.

Da wir mit unseren Business-Visas zu Mehrfachein- und ausreise in Myanmar berechtigt sind, aber immer nur maximal 10 Wochen bleiben dürfen, haben wir den Grenzübergang für unseren Visa-Run benutzt, was die dort anwesenden Grenzer nur von in Thailand lebenden Ausländern kennen, aber noch nie andersherum erlebt haben. Dementsprechend groß war auch die Verwirrung, da man hier anscheinend noch nie ein Business Visum aus Myanmar gesehen hat und deren Inhaber keinerlei Gepäck besaßen. Nachdem wir geklärt haben, dass wir nur kurz nach Thailand einreisen und gleich danach wieder nach Myanmar zurückkommen werden (in Kawthaung hat der Grenzbeamte einmal irrtümlicherweise mein Business Visum entwertet, da er dachte es sei ein Touristenvisum), wurden wir aus Myanmar ausgestempelt und liefen über die Brücke zum thailändischen Grenzposten. Beim Ausfüllen der Arrival Card für Thailand hatten wir natürlich das Feld mit der Angabe des Hotels in Thailand offen gelassen, was Anlass zu weiteren Erklärungen war. Auch hier kannte man unsere Art des Visa Runs nicht, und unser Visum wurde genau inspiziert. Da wir nach der Einreise nach Thailand sofort wieder ausreisen würden, beschied man uns, wir sollen „Transit to Myanmar“ in das Feld mit der Angabe des Hotels eintragen. In Mae Sai angekommen haben wir noch schnell ein Eis gegessen und sind kurz über den wenig interessanten Markt geschlendert, bevor wir wieder aus Thailand ausgereist, über die Brücke zurück nach Myanmar gelaufen sind (Spurwechsel von links nach rechts und 30 Minuten Zeitunterschied) und schließlich unseren neuen Einreisestempel mit 10 Wochen Gültigkeit erhalten haben. Wir hatten noch Zeit für einen Kaffee, bevor unser Bus um 13 Uhr wieder zurück nach Kyaingtong fahren würde:

Coffee-Shop in Tachileik

13 Uhr stand jedenfalls auf dem Busticket, das wir tags zuvor in Kyaingtong erworben haben. Tatsächlich aber fuhr der Bus schon um 12 Uhr, was zu erstaunten Gesichtern im Busbüro führte, als wir dort 12:45 Uhr eintrafen. Mit dem Hinweis, dass der nächste Bus erst am nächsten Tag fahren würde, bekamen wir ohne Aufforderung unser Geld erstattet, nachdem wir erklärten, noch am selben Tag nach Kyaingtong fahren zu müssen. Zurück im Hotel versprach man uns Hilfe, und nach etwa 3 Stunden Warten und einigen Bier in der Lobby traf ein Fahrer ein, der uns für 70 000 Kyat anstelle der ursprünglich genannten 150 000 Kyat nach Kyaingtong fahren würde:

Vorteil eines Autos mit Fahrer: Pause, wann man will

Vorteil eines Autos mit Fahrer: Pause, wann und wo man will

Gruß aus der Heimat

Gruß aus der Heimat

Die Singha-Gruppe aus Thailand, in erster Linie aufgrund des Singha-Biers bekannt, hatte in den 1990ern die Mittweida-Brauerei gekauft, um einerseits Singha-Bier in Deutschland zu vermarkten, und um andererseits deutsches Bier, hier also Mittweida, in Südostasien bekannt zu machen. Beides gelang mit mäßigem Erfolg, aber ein Schild der Mittweida-Brauerei mitten im Nichts zwischen Tachileik und Kyaingtong ist bemerkenswert.

Gegen Abend erreichten wir Kyaingtong und verabredeten uns mit unserem Fahrer für den nächsten Morgen 9 Uhr. Er hatte zugestimmt, uns nach Mongla zu fahren. Für diesen Ausflug mit einer Übernachtung in Mongla verlangte er 150 000 Kyat. Am nächsten Morgen fuhren wir pünktlich ab, aber nicht direkt nach Mongla, sondern zuerst – na klar – zur Immigration. Uns wurde klar, dass unser Vorhaben, auf eigene Faust mit öffentlichen Bussen nach Mongla zu gelangen, gescheitert wäre, da man dazu einen Genehmigung einholen muss. Da wir aber bequemerweise das Auto gemietet haben, gestaltete sich die Anmeldung bei der Immigration problemlos. Unsere Pässe wurden einbehalten bis wir aus Mongla zurückkehrten, und als Ersatz erhielten wir gestempelte Dokumente, die unser Fahrer kopieren ließ. Entlang der Strecke passierten wir verschiedene militärische Kontrollpunkte, an denen jeweils eine Kopie einbehalten wurde, während das Originaldokument gestempelt wurde.

Die Fahrt nach Mongla dauert etwa 4 Stunden, und die Strecke dorthin führt über Berge und durch interessante Landschaften:

Auf dem Weg in die Special Region 4

Auf dem Weg in die Special Region 4

Spannend wurde es, als wir den Checkpoint zur Special Region 4 erreichten: Ein schwer bewachtes Stück Straße, links und rechts Bunker mit Schießscharten und schwer bewaffnete Soldaten der United Wa State Army sichern hier die Grenze der Selbstverwaltungszone 4, in der Verfassung von Myanmar Special Region 4 genannt. Wir mussten das Auto verlassen, und passierten die 50 Meter zwischen den Checkpoints unter Beachtung des strengen Fotographierverbots zu Fuß, bis wir wieder in unser Auto einstiegen, das zwischenzeitlich passieren durfte. Das Mobilfunknetz war schon lange nicht mehr in Reichweite, die Uhrzeit hier orientiert sich an Peking, und auch hier musste der Kyat als Zahlungsmittel einer Fremdwährung weichen – dem Yuan, den wir nicht besaßen. Die Dörfer in der SR4 sind sehr verschieden von denen, die wir aus Myanmar kannten. Die Häuser hier sind von Ziegelmauern umgeben, und in den Geschäften gibt es nur Waren aus China:

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Mit Spannung fieberten wir unser Ankunft in Mongla entgegen. Diverse Videos und Artikel aus Magazinen ließen uns an das „Las Vegas Myanmars“ glauben, das in diesen Medien beschworen worden ist. Nach unserer Ankunft in dieser recht bunten Stadt fuhren wir als erstes zum zentralen Markt, um ein Mittagessen einzunehmen. Unser Fahrer war schlau und bestellte sich eines der Gerichte, die schon fertig gekocht in der Auslage lagen, und auch wesentlich appetitlicher aussahen, als das, was wir von der Karte bestellten. Danach drängte uns unser Fahrer zuerst zur Immigration, wo er uns anmeldete. Nun stand die Frage nach dem Hotel im Raum, aber unser Fahrer teilte uns mit, dass wir zuerst Geld tauschen müssten. Schlagartig wurde uns klar, dass wir nicht die leiseste Ahnung vom Wechselkurs hatten, und ohne Mobilfunknetz konnten wir ihn auch nicht ermitteln. Der einzige Geldwechsler Monglas ist ein ein kleiner Kramladen, der ebenfalls Bus- und Flugtickets verkauft. Der Kurst von 1 US-Dollar zu 5,9 RMB erwies sich als korrekt, und mit 500 getauschten Dollar in der Tasche machten wir uns auf, Monglas Nachtleben in der Nacht von Freitag zu Samstag zu entdecken und ein Hotel zu finden – was drei Stunden dauern sollte, weil es Freitag war, und daher alle Zimmer ausgebucht waren.

In Mongla gibt es nur Hotels, die man im Internet nicht findet, und Casinos.

In Mongla gibt es nur Hotels, die man im Internet nicht findet, und Casinos. Die Nummernschilder der Fahrzeuge beginnen mit SR4. [Foto K.S.]

Touristen aus China reisen in Bussen über die Grenze nach Mongla, um dort in den Casinos zu zocken. Da das Glücksspiel in China offiziell verboten ist, hat man in der Special Region 4, an der Grenze zu China gelegen, erkannt, dass man mit diesem kleinen Grenzverkehr viel Geld verdienen kann. An Wochenenden kommen sie in Scharen, und daher konnten wir in keinem der äußerlich sehr ansprechenden Häuser übernachten und wurden stattdessen jedes Mal abgewiesen. Unser Fahrer schließlich führte uns zu einem Hotel, von dem er schon in Kyaingtong berichtet hatte, und dort, außerhalb des kleinen Stadtzentrums der insgesamt sehr überschaubaren Stadt fanden wir ein Dreibettzimmer für 300 RMB, also 50 US-Dollar – ohne Frühstück und ohne Internetzugang:

Blcik vom Dach unseres Hotels über Mongla. Die Berge hinter der Stadt gehören schon zu China.

Blick vom Dach unseres Hotels über Mongla. Der erste Hügel hinter der Stadt gehört schon zu China. [Foto K.S.]

Wir verabredeten uns mit unserem Fahrer für den nächsten Tag 14 Uhr und machten ein Nickerchen im Zimmer, das kahl eingerichtet und wenig einladend war. Im Fernsehen konnte man zwischen etwa 50 chinesischen Kanälen wählen. Gegen 16 Uhr brachen wir auf, die Stadt zu Fuß zu erkunden. Unser Hotel befand sich am Ortseingang, und bis zum Ortsausgang am Grenzübergang nach China benötigt man zu Fuß nicht mehr als 45 Minuten. Wieder im Stadtzentrum angekommen, erkundeten wir zuerst in einem Lebensmittelgeschäft die Preise. Eine Flasche Wein, die in Yangon etwa 10 $ kostet, lag hier bei knapp über 20 $. Wir schauten außerdem in die Hotels, in denen wir zuvor noch nicht waren, erfuhren aber auch hier, dass man kein Zimmer hätte. In einem Fall aber wäre noch die Junior Suite verfügbar gewesen, die einige Hundert Dollar gekostet hätte. Es scheint, als ob Reiseveranstalter in China Wochenendausflüge nach Mongla im Paket mit Transport, Übernachtung und Sightseeing verkaufen, und der Zimmerknappheit zufolge wird diese Angebot gut verkauft.

Ein einziges Restaurant weckte unsere Aufmerksamkeit, da es an einen Pub oder Saloon erinnerte. Hier beschlossen wir zu Abend zu essen. Das Essen war mäßig, das Restaurant kaum besucht, und unsere einzige Freude waren ein paar junge Damen am Nachbartisch, die möglicherweise noch nie westliche Touristen in dieser ansonsten von Chinesen, Shan und Thais bevölkerten Stadt zu Gesicht bekommen haben. Nach einigen gemeinsamen Fotos mit dem Mobiltelefon verabschiedeten sie sich mit unbekanntem Ziel – wirklich niemand spricht Englisch in Mongla, und mit Myanma kamen wir auch nicht weiter:

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Inzwischen war es dunkel geworden, und wir beschlossen, den zentralen Markt, wo wir zuvor Mittag gegessen hatten, erneut zu besuchen. Abgesehen von einigen Hundert Prostituierten, die auf der Ringstraße um den Markt standen, sah man eine entsprechende Anzahl Autos, die kurz anhielten damit die Damen des horizontalen Gewerbes ihre Visitenkarte überreichen konnten. Später, so vermuteten wir, würde ein Treffen telefonisch verabredet werden:

Standardaustattung im Hotelzimmer

Standardaustattung im Hotelzimmer

Nach einem ausgiebigen nächtlichen Spaziergang kehrten wir ins Hotel zurück. Am nächsten Morgen wollten wir das Casino-Dorf außerhalb Monglas besuchen.

Zum Frühstück nahmen wir für etwa 3 $ ein Taxi ins Stadtzentrum und kehrten ins Lashio-Restaurant ein, das uns zuvor empfohlen worden war. Lashio ist eine Stadt im nördlichen Shan-Staat, und im gleichnamigen Restaurant erwartete uns ein schmackhaftes Frühstück mit Eiern und Kartoffeln sowie Gemüse, das nach unseren Anweisungen vom Koch zubereitet worden war:

Im Lashio Restaurant. Frühstück für 3 Personen etwa 10 $.

Im Lashio Restaurant. Frühstück für 3 Personen etwa 10 $.

In Mongla verkehren viele Autos kostenlos zwischen dem Casino-Village und dem Stadtzentrum. Nach einem kurzen Spaziergang erreichten wir den Haltepunkt und stiegen in ein wartendes Fahrzeug, das uns nach etwa 30 Minuten Fahrt in Richtung Kyaingtong zu den Casinos brachte. Innen ist das Fotographieren streng verboten. In allen Casinos wird an sämtlichen Tischen ein einziges Kartenspiel gespielt: Tiger & Dragon. Über den Tischen sind unzählige Videokameras, die das Spielgeschehen per Internet übertragen. Irgendwo in China sitzen die Spieler vor ihren Monitoren und geben ihren Gesandten, die am Spieltisch mit dem Mobiltelefon am Ohr sitzen, Anweisungen für den nächsten Spielzug. Unsere Gegenwart als neugierige Beobachter wurde außer von den Wachmannschaften von niemanden sonst wahrgenommen – alle waren in ihr Spiel vertieft. Neben dem äußeren Anschein nach zu urteilen wohlhabenden Chinesen sahen wir auch viele Bauern aus der Umgebung, teilweise in ihren traditionellen Trachten, die an den Tischen mitmischten:

Eines der größeren Casinos

Eines der größeren Casinos

Nach einem einigermaßen schmackhaften Mittagessen nahmen wir ein Auto zurück nach Mongla, um dort wie verabredet unseren Fahrer zu treffen. Wir fragten ihn, was er letzte Nacht unternommen hatte, und er berichtete, dass er gleich nachdem er uns verlassen hatte einen anderen Kunden nach Kyaingtong gefahren hatte und daraufhin wieder nach Mongla zugefahren ist, um uns zu treffen. Bevor wir Mongla verließen schauten wir uns noch den stehenden Buddha an, der an der Grenze zu China auf Mongla zeigt und die Stadt überblickt:

Blick auf Mongla. Nicht zu sehen ist die weiße Kirche zur Linken, die schon auf chinesischem Staatsgebiet steht

Blick auf Mongla. Nicht zu sehen ist die weiße Kirche zur Linken, die schon auf chinesischem Staatsgebiet steht [Foto K.S.]

Die Rückfahrt nach Kyaingtong verlief ereignislos. Unsere Reisepässe erhielten wir nach unserer Ankunft zurück, obwohl es Samstagabend war – die Immigration in Kyaningtong ist immer geöffnet, so wie Mongla.

Hier ein ausgezeichneter Bericht über Mong La in englischer Sprache: A BORDER TOWN BUILT FOR VICE

Nachtrag 6. Juni 2016: MONG LA ANIMAL MARKET TO BE CLOSED, AUTHORITIES CLAIM (Frontier)

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